Brocken

Info zum Brocken

Der Brocken ist mit 1141,2 m ü. NHN der höchste Berg im Mittelgebirge Harz, in Sachsen-Anhalt und in Norddeutschland. Er wird umgangssprachlich auch der Blocksberg genannt. Der Gipfel kann zu Fuß oder auch mit der schmalspurigen Brockenbahn erkundet werden. Seit den 1930 Jahren sind auch Sendeanlagen am Gipfel vorhanden.

Die Flora und Fauna auf dem Brocken ist vergleichbar mit denen von Nordskandinavien und den Alpenhochlagen. Auf dem Gipfel befindet sich auch der Brockengarten. Dort befinden sich ca. 1500 verschiedene Pflanzenarten. Den Brockengarten kann man sogar von Mitte Mai bis Mitte Oktober besichtigen, aber nur in Begleitung von Nationalparkmitarbeitern.

Auf dem Brocken befinden sich der Funk- und Wetterturm, das Brockenhaus, die Stasi-Moschee mit dem Besucherzentrum, Kulturdenkmale, die Brockenuhr, der Brockenstein, der Brockengarten und das Brockenhotel.

Es führen einige Wanderwege auf den Brocken wie z.B. der Goetheweg, der Heinrich-Heine Weg oder der Eckerlochstieg.

Ich habe mich zuvor nie mit dem Brocken beschäftigt. Dieser Berg war mir irgendwie nie sympathisch. Wenn ich an den Brocken gedacht habe, sind mir bisher immer nur die Worte in den Sinn gekommen: schlechtes Wetter, sehr windig, sehr flach und auch nicht schön… kurz gesagt, ich habe mit dem Berg nichts positives verbinden können – bis jetzt.

So spontan wie wir immer sind wenn es um unseren Urlaub geht, war diese Wanderung dann auch wieder. Eigentlich sollte der Urlaub dieses Jahr in die Sächsische Schweiz gehen. Noch kurz bevor wir auf die Autobahn gefahren sind hab ich Dennis angeschaut und gesagt: “Komm wir fahren in den Harz und wandern mal auf den Brocken”. Also gut, wie immer gesagt und getan. Wir sind hingefahren und haben unser Vorhaben umgesetzt. Ich habe dann während der Fahrt nach Wanderwegen im Internet gesucht und habe eine Tour bei Komoot gefunden, da wusste ich noch nicht das es sich dabei um den Eckelochstieg handelt und die alte Bobbahn.

Auf jeden Fall hat mich der Harz / der Brocken mit seiner Schönheit sowas von umgehauen, natürlich im positiven Sinne. Das war bestimmt nicht der erste und letzte Besuch im Harz. Nun gehts zur Tourenbeschreibung.

Geparkt haben wir unser Auto in Schierke am Parkplatz “Alte Bobbahn Brockenaufstieg”. Wir haben für den Parkplatz 5 Euro bezahlt.

Wir starten die Tour direkt am Parkplatz und folgen dem Bodeweg. Überqueren nach kurzer Zeit die kalte Bode, dies ist ein 17 km langer Quellfluss, laufen am Schierke Parkhaus Winterbergtor vorbei und gelangen daraufhin auf einen Schotterweg. Am Anfang des Schotterwegs befindet sich eine große Wanderkarte auf der einige Wanderwege ausgeschildert sind.

Am Anfang führt uns abwechselnd Schotterweg und Waldboden durch Wald. Hier sind die Wiesen und Bäume noch überwiegend grün, so wie ich es aus dem Odenwald kenne. Nachdem wir auf die Sandbringstraße gelangen, begleitet uns zu unseren rechten Seite die kalte Bode für ca 1,6 Kilometer bis wir rechts abbiegen. Die Landschaft verändert sich jetzt immer mehr. Hier gibt es vermehrt kaputte Bäume und trockene Wiesen. Auch wenn wir in die Ferne schauen sehen die Wälder nicht grün aus sondern weiß / grau.

Ab jetzt bedecken auch Tannennadel den Waldboden, dadurch fühlt sich der Boden beim Laufen so angenehm weich an. Weiter führt uns der Weg bis zur Brockenstraße, dabei überqueren wir nochmals über eine sehr schön angelegte Holzbrücke die kalte Bode.

An der Brockenstraße angekommen, biegen wir links auf diese ab, folgen ihr kurz und überqueren hierbei das schwarze Schluftwasser und biegen dann rechts in den Waldweg ein und folgen dem Eckerlochstieg. Das schwarze Schluftwasser ist ein linker Nebenbach der Kalten Bode.

Hier im Tal des schwarzen Schluftwassers fängt es an steiniger und steiler zu werden. Die Höhenmeter machen sich jetzt bei uns bemerkbar. Hier hat uns die Landschaft vollkommen “umgehauen” wie man so schön sagt. Soweit das Auge reicht sehen wir nur weiß / graue / kahle kaputte Bäume. Diese wurden vom Borkenkäfer zerstört. Wahnsinn, wie die Landschaft und Umgebung dadurch aussieht. Hier wächst massenhaft das kleinmütige Weidenröschen. Dies zaubert im Kontrast zu dem kaputten und dadurch farblosen Wald eine wunderschöne Naturkulisse hervor.

Nach ca. vier Kilometern müssen wir die Bahnschienen der Brockenbahn überqueren, bis dahin kreuzen wir immer mal wieder die Brockenstraße. Das schwarze Schluftwasser begleitet uns bis dahin zur rechten Seite. Am Bahnübergang passieren wir das schwarze Schluftwasser über eine Holzbrücke. Hier haben wir einen Moment gewartet, in der Hoffnung, dass die Brockenbahn vorbeifährt, aber dies war leider nicht der Fall.

Weiter folgen wir dem Eckerlochstieg. Kurz nach dem wir die Bahnschienen überquert haben, befindet sich auf der linken Seite die Stempelstelle HWN 11 Eckerloch. (Harzer Wandernadel). Auf dem restlichen Weg vom Eckerlochstieg müssen wir unterschiedlich große Steine überwinden, welche sich auf dem Wanderweg befinden. Umso höher wir wandern, umso grüner wird wieder die Natur um uns herum.

Nach ca. fünf Kilometern gelangen wir wieder auf die Brockenstraße. Jetzt heißt es Endspurt für uns. Noch ca. 100 hm müssen wir hinter uns bringen, dann haben wir den “Gipfel” erreicht. Währenddessen kommen wir noch an einer kleinen Holzhütte und der Knochenbrecherkurve vorbei.

Knochenbrecherkurve hört sich sehr gefährlich an, oder? Mein erster Gedanke war sofort, dass sich in der Kurve bestimmt sehr viele Menschen Knochenbrüche beim Rodeln zugezogen haben, aber dies ist nicht der Fall.

Die Kurve hat seinen Namen dem Maler Adolf Rattelbusch zu verdanken. Er hat eine Wanderroute entdeckt, dessen Ausgangspunkt hier in der Kurve ist und auf sehr steilem und unwegsamen Gelände auf den Gipfel führt. Diese Tour hat er Knochenbrecher genannt. Daher kommt der Name Knochenbrecherkurve. Diese Route ist heute aber nicht mehr als Wanderweg ausgewiesen.

Oben auf dem Gipfel angekommen, sind wir noch die Brocken-Rundwanderung gelaufen. Der Rundweg ist ca. 1,5 km lang. Er führt uns oberhalb der Gleisen, vorbei an der Wetterwarte, Brockengarten, Brockenmuseum und Brockenhotel / Herberge. Von hier oben haben wir eine schöne Aussicht auf den Wurmberg und die Achtermannshöhe.

Danach haben wir uns noch die Brockenuhr angeschaut. Sie ist die höchste natürliche Stelle auf dem Brocken. Metallplatten zeigen die Entfernung zu Landschaftspunkten und Ortschaften. Natürlich haben wir noch ein Bild vom Gipfelstein gemacht. Wir haben Glück mit dem Wetter, es ist zwar bewölkt und sehr windig hier oben, aber die Sonne scheint und wir haben eine sehr schöne Aussicht.

Uns ist gleich aufgefallen, dass hier oben auf der Kuppe gar keine Bäume wachsen. Du weißt bestimmt auch schon warum. Ist es natürlichen Ursprungs oder durch menschliches Handeln entstanden?

Nach neuesten Forschungsergebnissen der Universität Göppingen, ist die Waldgrenze am Brocken klimatisch bedingt. Es ist die nördlichste natürliche höhenklimatische Waldgrenze in Zentraleuropa.

Nach dem wir uns eine Erbsensuppe und heiße Schokolade gegönnt haben, machen wir uns fertig für den Rückweg. Wir laufen wieder auf der Brockenstraße zurück, vorbei am Einstieg Eckerloch und folgen weiter der Brockenstraße bis wir nach ca 13,5 Kilometern links abbiegen in die alte Bobbahn. Kurz bevor wir in die alte Bobbahn abbiegen, ist der Einstieg zum Urwaldpfad. Leider war der Pfad zu diesem Zeitpunkt gesperrt. Sonst wären wir diesen gelaufen. Im Urwaldpfad kann man alle Entwicklungsstufen des Waldes erleben. Hier ist die Natur der Natur überlassen. Der Mensch greift hier nicht mehr ein.

Auf dem Weg der alten Bobbahn überqueren wir nochmals die Bahnschienen der Brockenbahn und hatten diesmal Glück, dass die Brockenbahn gerade vorbei fährt. Wir haben uns so gefreut.

Nach 1,5 Kilometern biegen wir rechts ab laufen noch ein Stück durch Wald und gelangen dann auf den Ottoweg. Diesem folgen wir bis wir rechts abbiegen und dann Richtung Kurpark laufen. Da der Kurpark sehr schön angelegt ist, haben wir uns entschieden durch diesen zu laufen und sind dabei auch nochmal in den Genuss gekommen ein Stück entlang der Kalten Bode zu laufen und dann zurück zum Parkplatz.

Tipp: Wenn Du dir unsicher bist ob dieser Wanderweg für dich passend ist oder dich vorher mit dem Brocken intensiv beschäftigen möchtest, ist das Nationalparkhaus Schierke eine gute Anlaufstelle dafür. Hier kannst Du Dich vor deiner Tour auch über die verschiedenen Wanderwege (Schwierigkeiten) die zum Brocken hinaufführen, die aktuellen Zustände der Wanderwege sowie über das aktuelle Wetter auf dem Brocken informieren.

Dachzelt: Wir haben unsere Nacht auf dem Parkplatz Forellenteich verbracht, falls Du auch mit einem Dachzelt unterwegs bist.

Fazit: Der Brocken und die Natur im Harz haben uns so verzaubert und teilweise aus dem Stauen nicht mehr rausgebracht, dass ich auf jeden Fall nochmal hier her komme. Ich kann den Brocken bzw. Harz nur weiterempfehlen. Auf dem Wanderweg gibt es immer wieder Infotafel die über den Brocken, die Natur und vieles mehr informieren.

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