Kalkofenweg

Beim Kalkofenweg handelt es sich um eine Rundwanderung im Elztal. Bei dieser Wanderung kommst Du an zwei historischen Kalköfen vorbei. Dem Neckarburkener und dem Dallauer. Der Rundweg ist durchgehend gut ausgeschildert. Bei dieser Tour hat mich Dennis begleitet.

Was ist ein Kalkofen?

Ein Kalkofen ist ein Brennofen für die Herstellung von Branntkalk aus Kalksteinen. Der Kalk entsteht durch das Brennen von Kalksteinen. Diesen Prozess bezeichnet man als Kalkbrennen. Voraussetzung für den Betrieb eines Kalkofens war, dass Kalkstein direkt im Untergrund ansteht. Der Kalkofen in Dallau war bis 1930 in Betrieb.

Geparkt haben wir direkt am Kalkofen Neckarburken. Hier ist auch gleichzeitig der Startpunkt unserer Tour. Es war so ein richtiges herbstliches Schmuddelwetter. Regen, Regen, Regen und kein Ende in Sicht.

Aber das hat uns nicht davon abgehalten, die Tour zu laufen. Du kennst doch bestimmt die Redewendung: “Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung”, außerdem sind wir nicht aus Zucker.

Wir starten am Parkplatz und laufen den Serpentinenweg (Sulzbacher Straße) bergab Richtung Neckarburken und biegen nach ca. 300 Metern rechts ab. Von hier aus haben wir schon eine sehr schöne Aussicht auf Neckarburken und den Odenwald. Nicht so weitläufig und klar wie an Sonnentagen, da der Nebel stark die Sicht verdeckt.

Wir folgen weiter der asphaltierten Straße, kommen dabei an Hagebutten Sträuchern, einer Pferdekoppel und herrlich duftenden Rapsfeldern vorbei. Nach ca. einem Kilometer biegen wir links ab und laufen in den Forlenwald. Zuvor befinden sich links am Waldrand zwei Bänke. Hier hast Du bei gutem Wetter einen sehr schönen Ausblick über das Bauland.

Nachdem wir ca. 1,5 Kilometer durch den Forlenwald gelaufen sind, biegen wir links auf Wiesenweg ab. Von hier haben wir eine schöne weite Aussicht Richtung Sulzbach. Wir folgen dem Wiesenweg für ca. 600 Meter und gelangen dann wieder auf asphaltierten Weg (Radweg). Da es so stark regnet, ist der Wiesenweg etwas rutschig und teilweise sehr matschig. Während wir so durch den Matsch stapfen kommen wir an einem Schafgehe vorbei. Die Schafe sehen so goldig mit ihren schwarzen Köpfen aus.

Dem Radweg folgen wir kurze Zeit, biegen dann rechts ab bei dem Schild, das zum Kalkofen weist und gelangen wieder auf Wiesenweg. Von hier aus kommen wir über den sogenannten Pitschgrund zum Dallauer Kalkofen. Nachdem wir uns diesen angeschaut und die Informationstafel dazu durchgelesen haben, folgen wir weiter dem Wiesenweg, bis wir auf die Kreuzung treffen, an der sich links davon das “Ledig Kreuz” befindet. Hier biegen wir rechts ab. Ab jetzt begleitet uns das Orlesbächle zu unserer Linken.

Warum heißt das steinerne Kreuz “Ledig Kreuz”

In der Dallauer Ortschronik findet sich folgende Sage: In den kalten Wintermonaten trafen sich die jungen Leute aus den Nachbargemeinden gerne und oft in Familienhäusern, um Dorfneuigkeiten auszutauschen, gemeinsam zu weben oder zu stricken. Bei einem solchen Treffen verspätete sich ein Mädchen aus Sulzbach so sehr, dass sie bei dunkler Nacht und heftigem Schneegestöber den weiten Weg von Neckarburken zurück in ihr Heimatdorf antreten musste. Doch die Eltern warten an diesem Abend vergeblich auf ihre Tochter. Sie fanden sie erst am nächsten Morgen an dieser Stelle – tot, erschlagen von Mörderhand. Dieses unscheinbare Steinkreuz erinnert seitdem an das grausame Schicksal des Mädchens und gibt der fruchtbaren Feldflur ihren Namen “Ledig Kreuz”.

Auf dem Weg dorthin sind wir auch an einem Schild vorbeigekommen, auf dem steht: “Ein Zigarettenstummel besteht üblicherweise großteils aus einem Filter. Und herkömmliche Zigarettenfilter bestehen aus Zellulose-Acetat, das mit Chemikalien angereichert ist und sich erst nach 10 bis 15 Jahren auf natürliche Weise zersetzt. Dieses künstliche Material erzeugt einerseits Plastikmüll. Unachtsam weggeworfen können die Filter außerdem – ähnlich wie auch Kaugummi – von Vögeln und Meerestieren für Nahrung gehalten werden, die Tiere verhungern dadurch infolge mitunter“.

Ich finde, es ist wichtig sich immer wieder bewusst zu machen, was ein einziger Zigarettenstummel oder ausgespuckter Kaugummi für Folgen für die Umwelt und Tierwelt hat.

Weiter führt uns der Weg abwechselnd über Wiesenpfad und asphaltierten Weg zurück in Richtung Kalkofen Neckarburken. Auf diesem Weg sind wir, soweit das Auge reicht von Feldern umgeben. Bevor wir wieder am Startpunkt ankommen, kommen wir noch am früheren Wachposten “Oberer Eulberg” vorbei.

Am Ende der Tour haben wir uns noch den Kalkofen Neckarburken angeschaut. Von diesem haben wir einen sehr schönen Ausblick auf den Odenwald. Der Blick reicht bei klarer Sicht sogar bis zum Katzenbuckel. Der Katzenbuckel ist ein erloschener Vulkan und mit 626,8 m ü. NHN der höchste Berg im Odenwald. Bei dem heutigen Schmuddelwetter war das leider nicht der Fall. Hier am Kalkofen befinden sich auch Holzbänke zum Rasten.

Fazit: Eine kleine, schöne Feierabend- oder Sonntagswanderung. Sehr interessant wie Kalk entsteht und so ein Ofen funktioniert. Ich finde es super, dass diese Kalköfen restauriert wurden und daraus auch eine Wanderung entstanden ist.

2 Antworten auf „Kalkofenweg“

  1. Huhu Lisa!
    Das klingt wieder nach einer tollen kleinen Wanderung! Sie wird gleich meiner Schwester geschickt und dann müssen wir nur noch schauen wann wir mal Zeit haben. Das scheint mir eine nette Runde auch mit Hund zu sein, die man auch mal vormittags gehen kann wenn das Kind in der Schule ist.
    Was ist denn dein allerwichtigstes “muss-mit” bei deinen Wanderungen?
    Liebe Grüße…
    Stephanie

  2. Hallo Stephanie,
    genau, die freie Zeit an der frischen Luft nutzen. ;-).
    Was ich immer dabei habe ist mein Handy. Damit mache ich meine Bilder und nehme meine ganzen Touren auf. Ist auch gleichzeitig meine Wanderkarte. Obwohl ich auch sehr gerne mit den “altmodischen” Wanderkarten unterwegs bin. Mit diesen habe ich mich jetzt für den Odenwald schon sehr gut ausgestattet.
    Und wenn unterwegs mal was sein sollte, kann ich mich telefonisch melden. Vorausgesetzt ist habe Empfang.
    Liebe Grüße
    Lisa

    Liebe Grüße
    Lisa

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