Trienzbachtal (Steinkreis, Lourdes Grotte, Wurzelino und “Dicker Willi”)

Diese Rundwanderung hat mich und meine Freundin Ann-Katrin durch das wunderschöne Trienzbachtal in Dallau geführt. Geparkt haben wir unterhalb vom Wanderparkplatz “Herrlich Au”, wo auch gleichzeitig der Startpunkt unserer heutigen “Feierabendwanderung” ist. Von hier aus haben wir eine sehr schöne Aussicht auf Dallau und Neckarburken.

Vom Parkplatz aus geht es leicht bergab und wir biegen auch schon die erste Straße rechts ab welche sich “Im Marienthal” nennt. Nach ein paar Metern treffen wir auch schon auf die Fischzucht Marienthal, die sich links von uns befindet.

Wir folgen weiter dem Schotterweg, lassen die Fischzucht hinter uns und es eröffnet sich für uns das wunderschöne Trienzbachtal. Ab hier werden wir, bis zum Ende unserer Tour vom Trienzbach begleitet. Mal begleitet er uns zu unserer Rechten, dann mal wieder zu unserer Linken, da wir auch ein paar Brücken in unterschiedlichsten Ausführungen überqueren müssen.

Nach einem guten Kilometer treffen wir auch schon auf das erste Highlight unserer Tour, nämlich den Steinkreis. Oberhalb des Steinkreises befindet sich eine Steinbank mit Infotafel auf der folgendes steht:

Infos zum Steinkreis

Schon 10 Jahre lang lenkt die Bildhauerin Eva-Gesine Wegner ihre besondere Aufmerksamkeit auf die Ressource Wasser. Sie tut das, indem sie mit Menschen vor Ort sogenannte “Steine des Dankes” setzt.

Die Bildhauerin möchte am Beispiel Wasser sinnfällig machen, wie nötig es ist. Nehmen und Geben auch in unserer Kultur wieder neu in Balance zu bringen, wollen wir das Leben auf der Erde erhalten.

Unter der Beteiligung der jeweiligen Gemeinde und dem Geo-Naturpark Bergstraße Odenwald entsteht auf diese Weise nach und nach ein Pilgerweg “Quellendank im Odenwald”. Bisherige Stationen sind: Weißfraubrunnen / Güttersbach, Irrbachquelle / Reichelsheim Ober-Ostern, Danterquelle / Dallau-Elztal, Kneipp-Quelle in der Gassbach / Grasellenbach

Seit Juli 2011 ist auf dem Pilgerweg in der wasserreichen Region des Elztal eine Station besonderer Art hinzugefügt worden. Im Rahmen eines Workshops vor Ort haben acht Teilnehmer/innen unter der Leitung von Eva-Gesine Wegner einen Steinkreis aus 9 heimischen Buntsandsteines geschaffen, mit dem sie Mutter für das Wasser in ganz eigenen Bildern neunfachen Dank aussprechen.

Nur ein paar Meter weiter befindet sich schon das zweite Highlight unserer Tour. Wir kommen an der Lourdes Grotte vorbei. Diese befindet sich ganz unscheinbar zwischen Bäumen, auf der gegenüberliegenden Seite des Trienzbaches.

Um zur Lourdes Grotte zu gelangen, müssen wir den Trienzbach über eine wunderschön angelegte Holzbrücke überqueren. Hier befinden sich auch einige Sitzmöglichkeiten, die zum Verweilen einladen. Leider jedoch nicht für uns, da wir uns dazu entschieden haben unsere Tour fortzuführen.

Nachdem wir ohne Pause die Lourdes Grotte angeschaut haben, überqueren wir wieder den Trienzbach über die Holzbrücke und folgen weiter dem Schotterweg. Nach einem weiteren Kilometer treffen wir rechts von uns auf einen Barfußpfad mit sehr schön angelegtem Rastplatz. Auf diesem befindet sich auch eine Spielwiese und ein Steintisch mit Holzbank.

Wer jetzt aufmerksam ist, erblickt möglicherweise ein paar Schuhe hängend in den Bäumen. Auch wenn hier der Gedanke ankommen mag, man könne sich hier ein paar neue Schuhe zulegen, den muss ich eventuell enttäuschen, denn für mich war leider meine Größe auch nicht dabei… 😉

Der Rastplatz bietet einen herrlichen Blick auf den Trienzbach. Wer möchte, kann nun hier rechts abbiegen und den Trienzbach über eine Brücke überqueren. Wenn du dich jetzt dafür entscheidest, Dich auf den Heimweg begeben zu wollen, läufst Du einfach auf der anderen Seite des Trienzbaches zurück.

Ann-Katrin und ich haben uns dazu entschlossen weiter geradeaus zu laufen und so folgen wir dem Schotterweg, bis wir den Trienzbach wieder über eine Brücke überqueren. Nach dem Überqueren der Brücke halten wir uns links.

Jetzt eine kleine Randinformation für unsere Wandernerds: Zu unserer Linken Seite befindet sich der Bürgerwald und zu unserer Rechten der Krähwald. Vielleicht kommt die Frage ja mal bei “Wer wird Millionär” 😉

Jetzt geht es mal ein paar Höhenmeter hinauf in Richtung Sattelbach. Immer wieder sehen wir im Wald entwurzelte Bäume in unterschiedlichsten Größen herumliegen. Ich finde es sehr faszinierend wie Bäume mit solch riesigen Wurzeln entwurzelt werden können. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die Bäume einfach so umfallen und die ganzen Wurzeln herausgerissen werden.

Nach kurzer Zeit biegen wir aber schon wieder rechts ab und folgen dem Weg weiter durch den Wald bis wir auf die Muckentaler Straße treffen.

An der Muckentaler Straße angekommen halten wir uns rechts und überqueren erneut den Trienzbach. Dieser folgen wir für ca. 500 Meter leicht bergauf, bis wir rechts in den Forstweg “Viersteineweg” abbiegen. Hier musst Du aufpassen, da die Muckentaler Straße so etwas wie die Waldautobahn zu sein scheint, da hier einige Autos verkehren. 😉

Links am Straßenrand befindet sich eine kleine Bucht, die mit einer Steinmauer abgegrenzt ist. An dieser befindet sich ein mit Moos bewachsener Steintisch mit Holzbank zum Rasten, aber wieder laufen wir weiter, da der Rastplatz meiner Wanderpartnerin leider nicht so Recht zugesagt hatte. Ich kann das leider nicht nachvollziehen, da für mich dieser Rastplatz so herrlich urig war.

Dem Viersteineweg folgen wir weiter geradeaus, bis wir an die Heinrich-Heine Hütte gelangen. Heißt der Weg Viersteineweg etwa, weil entlang am Wegesrand vier große Steine stehen? Ich habe es recherchiert, bin aber auf keine schlüssige Erklärung gestoßen. Wenn jemand von euch die Antwort kennt, wäre es super, wenn Ihr mir einen kleinen Kommentar hinterlasst.

Da wir erst so gegen 15:30 Uhr losgelaufen sind, holt uns immer mehr die Dunkelheit ein. Als wir an der Heinrich-Heine-Hütte angekommen sind, hat uns die Dunkelheit vollends eingeholt. Unterhalb von der Hütte befinden sich zwei Kneipp Wasserbecken und ein paar Sitzgelegenheiten. Hier ist die Abzweigung, die ich am Anfang erwähnt habe, an der auch die Schuhe im Baum hängen.

Hier haben wir endlich unserer erste und einzigste “kleine” Rast gemacht. Ein kleiner Nachteil hat der Herbst / Winter – es wird viel zu früh dunkel. Aber das hält mich und bestimmt auch Dich nicht vom Wandern ab- für was gibt es sonst Stirnlampen.

Wir haben es uns auf einer der Bänke mit warmen Tee und Lebkuchen gemütlich gemacht. Das hat auch seinen Charme. 🙂

Nach unserer kleinen Rast kommt die Stirnlampe auch schon zum Einsatz. Ab hier sind es noch ca. 1,5 Kilometer, die wir durch den finsteren Wald bis zu unserem Auto “überwinden” müssen. Egal für welchen Weg Du Dich entscheidest, beide treffen am Wanderparkplatz wieder aufeinander.

Entweder Du folgst dem Forstweg ab der Heinrich-Heine-Hütte immer geradeaus, bis Du am Wanderparkplatz angelangt bist, oder Du biegst nach 500 Metern erst rechts ab. Wenn Du, wie wir auch, diesen Weg wählst, musst Du Dich kurz vor der Lourdes Grotte links halten.

Dieser führt Dich dann auch am vierten Highlight vorbei, dem “Dicken Willi”. Wir allerdings haben das Schild im Dunkeln übersehen, das bringt die Dunkelheit leider mit sich und noch was anderes…

Im Dunkeln nimmt man jedes Geräusch noch intensiver wahr. So geht es zumindest Ann- Katrin und mir, da wir, so scheint es zumindest, jedes noch so kleine Rascheln im Laub wahrnehmen. In so einem Moment spielt der Verstand gerne einem einen kleinen Streich, und so sind wir nicht nur einmal zusammengezuckt. Zwei Frauen in der Dunkelheit… Wen wundert es. 😉

Infos zum “Dicken Willi”

Ein stoppeliger und unrasierter Baumriese:

Elztaler Kinder haben dieser mächtigen Fichte den Namen “Dicker Willi” gegeben, der aus einem beliebten Kinderbuch stammt. Und diesen Namen soll sie auch behalten.

Der Baum hat ein Alter von 160 bis 180 Jahren und ist fast 42m hoch gewachsen. Der Stammdurchmesser beträgt 1,20m, sein Umfang 3,70m. Besonders auffallend sind die beiden Luftwurzeln und die ausgeprägten Dürräste an der unteren Stammhälfte, die alle noch vorhanden sind. Dies zeigt, dass unser Willi im Weitstand und ohne die Konkurrenz benachbarter Bäume aufgewachsen ist.

Er hat die Stürme Vivian und Lothar überstanden, wenn ihm auch Vivian im Frühjahr 1990 die Krone abgebrochen hat. Noch immer ist der Dicke Willi kerngesund und bildet fleißig Zapfen, die am Boden zu finden sind. Es bleibt zu hoffen, dass noch manche Kindergenerationen im Elztal den Dicken Willi besuchen und bewundern kann.

Bevor Du Dich entscheiden musst, welchen Weg Du nimmst, kommst Du noch am dritten Highlight der Tour, dem “Wurzelino” vorbei. Am Wurzelino befindet sich auch ein Informationsblatt, auf dem folgendes steht

Infos zum Wurzelino

“Den Namen “Wurzelino” hab ich von den Kindern des Waldkindergartens aus Dallau erhalten, weil ich so “wurzelig” aussehe. Ich finde ihn toll. Von Ihnen habe ich meine tolle krumme Nase, die Kulleraugen, den Lachmund und den tollen Haarschmuck.

Was ich hier mache?

Ich bin der Waldhüter, wenn unser Förster nicht da ist. Ich passe auf den Wald auf und achte auf seine Tiere und Pflanzen.

Was ich mir wünsche?

Dass ihr mir dabei helft. Macht keinen Müll hier, kein Feuer und keinen Abfall. Schützt, was euch gefällt – schützt was euch lieb ist. Lasst nichts zurück……… außer Fußabdrücke.

Was dürft ihr hier?

  • Ihr dürft hier spielen und mich jederzeit besuchen
  • Ihr dürft Traumfänger basteln und mich damit schmücken! (Mama und Papa sollen euch beim aufhängen helfen)
  • Ihr dürft mir auch gerne einen Brief schreiben (oder ein Bild malen) und in den Nistkasten – Briefkasten da unten werfen

Schreibt einfach auf, was euch gefällt und Spaß macht, oder was ihr hier vermisst. Wenn ihr eure Adresse dazu schriebt und ich etwas Zeit habe, schreibe ich euch zurück. Versprochen!

Herzliche Grüße und bis bald mal wieder, euer WURZELINO”

Die ganzen brennenden Kerzen verleihen der Lourdes Grotte in der Nacht erst so richtig ihren Charme. Noch charmanter wird das ganze durch das Rauschen des Trienzbaches im Hintergrund.

Nach ca. 600 Meter durch stockdunklen Wald treffen wir endlich auf den Wanderparkplatz. Hier gibt es einige Sitzgelegenheiten und auch eine Wanderkarte mit Nordic Walking Strecken.

Ab hier müssen wir nur noch ein paar Meter leicht bergab zu unserem Auto laufen.

Fazit: Eine sehr schöne kleine Feierabend- oder Sonntagswanderung durch das Trienzbachtal mit tollen Highlights. Wenn man den Trienzbach nicht sieht, hört man ihn rauschen. Auch super für Kinder geeignet, da sich auf dem Weg der Wurzelino befindet. Er freut sich bestimmt über viele Briefe. 😉 Am Parkplatz “Herrlich Au” ist auch eine Holztafel angebracht an welcher, verschiedene Familienwaldwege abgebildet sind.

Ich würde mich freuen, wenn Du mir vielleicht einen Kommentar hinterlässt, wie Dein “perfekter” Rastplatz aussieht oder wenn Du vielleicht weißt, woher der Viersteineweg seinen Namen hat.

Bitte nicht wundern, dass ich immer wieder von einer Wanderung im Dunkeln erzähle und beispielsweise der “Dicke Willi” in seiner ganzen Pracht im Licht der Sonne auf meinen Bildern zu sehen ist. Da mir die Tour so gut gefallen hat, bin ich sie ein zweites Mal gelaufen.

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