Von der Pfaffenklinge zur Tobel- und Bodenbachschlucht

Ich war vor 2 Wochen spontan im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald unterwegs – genauer gesagt in Wüstenrot. Hierbei handelt es sich um eine Rundwanderung, bei der Du an sechs Highlights vorbeikommst. Es gibt keine Wegmarkierung für diese Tour.

Highlights der Tour sind:

  • Silberstollen
  • Himmelsleiter
  • Wellingtonieplatz
  • Hohler Stein
  • Tobelschlucht
  • Bodenbachschlucht

Das Wetter war heute nicht ganz auf meiner Seite. Es hat schon von Anfang an immer mal wieder leicht geregnet und die letzten drei Kilometer der Tour hat es sich dann so richtig eingeregnet. Dadurch war das heute eine sehr matschige und rutschige Angelegenheit. Deshalb empfehle ich Dir, bei dieser Tour auf jeden Fall festes Schuhwerk mit guter Besohlung.

Geparkt habe ich am Wanderparkplatz Pfaffenklinge. Hier befindet sich auch der Startpunkt der Tour. Vom Parkplatz aus, führt mich der Weg direkt in den Wald (Pfaffenklinge) hinein.

Es geht auf Waldweg leicht bergab. Zwischendurch gilt es auch ein paar Treppenstufen zu bewältigen. Der Weg ist hier voller Laub und teilweise sehr rutschig. Für einen einigermaßen guten Halt, sorgen hier jedoch Holzgeländer an den Seiten.

Nach ca. 500 Metern treffe ich schon auf das erste Highlight, den Silberstollen “Unverhofftes Glück” und “Soldatenglück”. Nachdem ich mir die Informationstafel vom Silberstollen durchgelesen habe, geht es noch für ca. 200 Meter weiter auf dem Waldweg. Danach treffe ich auf den Kirchenweg und auf ein Holzschild mit der Aufschrift “Himmelsleiter und Wellingtonien”.

“Ich bin schon so gespannt auf die Himmelsleiter, wie diese wohl in “echt” aussieht”. Ich kenne die Himmelsleiter nur von Bildern aus dem Internet. Dem asphaltierten Kirchweg folge ich für ein paar Meter bis ich rechts auf Waldweg abbiege. Hier geht es weiter leicht bergab.

Am Anfang vom Waldweg habe ich einen direkten Blick hinab auf die Himmelsleiter und die Pfaffenklinge, über die eine Holzbrücke führt. “Wahnsinn” dachte ich nur, als ich die Himmelsleiter gesehen habe.

Ich folge weiter dem Waldweg hinab, überquere die Holzbrücke und steige danach die wunderschöne Himmelsleiter hinauf. Die Himmelsleiter ist ein “Douglas-Baustamm aus welchem 66 Stufen herausgearbeitet wurden”. Vorsicht bei Nässe könnte rutschig sein. Das mit dem festen Schuhwerk hatte ich ja erwähnt ;-).

Oben angekommen, folge ich für ca. einen Kilometer weiter dem Waldweg und treffe dann auf den Wellingtonieplatz. Dieser heißt so, da hier Wellingtonien = Mammutbäume wachsen. “Wow” dachte ich nur, als ich diese riesigen Bäume sehe. Zuvor habe ich noch nie einen Mammutbaum in “echt” gesehen. Wirklich sehr beeindruckend diese riesigen Bäume.

Infos zum Mammutbaum

Der Riesen-, Berg- oder Gebirgsmammut auch Sequoiadendron Giganteum genannt, ist ein immergrüner Nadelbaum. Der Mammutbaum ist auch unter dem Namen Wellingtonie bekannt. Seine Heimat liegt an den Westhängen der Sierra Nevada in Kalifornien. In seinem natürlichen Ausbreitungsgebiet ist er eine vom aussterben bedrohte Art.

Die Mammutbäume zählen zu den mächtigsten, eindrucksvollsten und ältesten Bäume der Erde. Sie erreichen eine Höhe zwischen 60 – 90 Meter. Die rotbraune Rinde schützt den Mammutbaum vor Waldbränden in seiner Heimat. Die Rinde ist über 50 cm dick und isoliert so den Baum wirksam gegen Hitze.

Die Baumriesen am Wellingtonieplatz, mit fast 45 m Höhe und bis 165 cm Durchmesser in 1,5 m Höhe, sind die höchsten und dicksten Bäume im Forstbezirk Löwenstein.”

Ein paar Meter weiter, treffe ich auf eine Kreuzung. An dieser befinden sich zu meiner Rechten ein großer Grillplatz mit Holzhütten und links von mir nochmal Mammutbäume (diese sind Naturdenkmäler). An der Kreuzung halte ich mich rechts.

Ich folge erst dem Fuchsklingen- und dann dem Löhmüllerweg (beides sind Waldwege) und gelange so nach Neulautern. Aber bis ich in Neulautern eintreffe, laufe ich an ein paar Insektenhotels vorbei, die von der Georg-Kropp-Schule gebaut worden sind, sowie an Informationstafeln über den Wald, einer Lockstoff-Falle für Borkenkäfer und zwei Holzhütten.

Am Ende des Waldweges biege ich nach links ab und habe dabei zu meiner Rechten einen wunderschönen Ausblick auf Neulautern. Ich laufe die Straße “Waldeck” entlang bis ich auf die Wüstenroter Straße treffe. Hier biege ich rechts ab, folge der Wüstenroter Straße ein paar Meter bis ich links abbiege und es auf Schotterweg weiter geht.

Ich überquere den Buchenbach und es geht leicht bergauf Richtung Wald. Wenn ich zurückblicke kann ich zum gegenüberliegenden Wald schauen, von dem ich gerade gekommen bin. Von hier oben habe ich auch nochmals eine schöne Aussicht auf Neulautern. Am Wegesrand befinden sich immer wieder Bänke, um diese Aussicht zu genießen.

Weiter geht es für mich Mutterseelen alleine durch den Wald, kein Mensch weit und breit zu sehen oder zu hören. Nach insgesamt ca. 6 Kilometern treffe ich auf den Rohrwiesenbrunnen, der sich sehr unscheinbar links am Wegesrand befindet.

Ab hier folge ich dann für ca. einen Kilometer dem Giesswasenweg, bis ich rechts abbiege und es für mich auf sehr matschigem Waldweg leicht bergab geht. Diesem folge ich, bis ich auf die Hauptstraße treffe. Hier überquere ich den Dentelbach und halte mich danach rechts und folge dem Wiesenweg. Dabei begleitet mich der Dentelbach zu meiner Rechten.

Ich folge dem Wiesenweg für ca. 200 Meter, danach biege ich links auf den Erlenklingenweg in den Wald ab. Ab hier begleitet mich jetzt zu meiner Rechten die Erlenklinge. Geradeaus führt der Weg nach Spiegelberg.

Gleich am Anfang vom Erlenklingenweg befindet sich rechts eine Bank. Hier habe ich meine Pause gemacht und mich mit Leckereien gestärkt. Währenddessen habe ich dem Rauschen des Baches zugehört.

Nach meiner kleinen Stärkung geht es auf dem Kalkbrunnenweg bergauf. Diesem folge ich für ca. 5 Kilometer. Auf diesen 5 Kilometern war dann mal kurz die Luft raus. Ich denke es lag daran, dass der Weg bisher voller schöner Attraktionen war (Silberstollen, Himmelsleiter, Wellingtonienplatz….) und ich hier nur auf eintönigem Waldweg laufe.

Aber wie gut, dass ich heute Morgen meine Kopfhörer eingepackt habe. In solchen Situationen höre ich kurz Musik, dann steigt meine Motivation ganz schnell wieder.

Nach einer gefühlten Ewigkeit (es waren ja nur 5 Kilometer) durch den einsamen, eintönigen Wald, treffe ich auf das Schild Tobelschlucht. Jippi, endlich gibt es wieder mehr zu entdecken und der Weg wird wieder etwas abwechslungsreicher. Aber ich muss mich korrigieren, ganz alleine war ich nicht, ein Eichhörnchen ist mir auf diesem Waldweg begegnet. Das möchte ich Dir nicht vorenthalten. .-)

Bevor ich links den Forstweg verlasse, um hinab in die Tobelschlucht zu steigen, biege ich rechts auf den Pfad ab, der mich zum Hohlen Stein führt. Der Hohle Stein (485m ü.N.N) ist ein Erosion-Naturdenkmal. Dieser Sandstein ist mehrere Meter breit und hoch und wurde von Wasser unterspült. Links vom Stein ist ein kleiner Wasserfall zu sehen.

So jetzt gehts aber über Stock und Stein hinab durch die wilde und raue Tobelschlucht. Hier laufe ich direkt am Talgrund, am Dentelbach entlang. Immer wieder erheben sich zu beiden Seiten meterhohe Felswände.

In der Tobelschlucht befindet sich auch der Steinzapfen Nr. 2. “Dieser ist von Klaus Waldbüßer von Nov-Dez 2017 in 80 Stunden mit Steinen aus der Tobelschlucht, massiv, nicht hohl, aufgeschichtet worden. Ohne Mörtel und Kleber.” – Wahnsinn. Danke für solch ein schönes Kunstwerk und die ganze Mühe die darin steckt.

Am Ende der Tobelschlucht geht es für mich ein paar Meter geradeaus auf Schotterweg, bis ich auf das Schild Bodenbachschlucht treffe. Jetzt folgt wieder ein Highlight nach dem anderen.

Am Schild Bodenbachschlucht biege ich rechts ab und folge dem Forstweg. Dieser wird immer schmaler und führt mich bergauf durch das Naturschutzgebiet Bodenbachschlucht.

Anders als bei der Tobelschlucht führt mich der Pfad nicht direkt an der Schlucht dem Dentelbach entlang, sondern oberhalb von diesem. Manchmal sehe ich den Pfad vor lauter Laub nicht mehr. Die Bodenbachchlucht hat auch einige schöne Felsformationen zu bieten. Letztendlich endet der Pfad durch die Bodenbachschlucht am Wanderparkplatz Seewiese.

Vom Parkplatz aus, folge ich dem Steinbergweg, der mich zurück nach Wüstenrot führt. Am Ende des Schotterweges muss ich ein kurzes Stück an der Wüstenroter Straße entlang laufen.

Bis ich wieder zurück am Wanderparkplatz Pfaffenklinge ankomme, muss ich noch durch Wüstenrot laufen. Dabei bin ich bei der Bäckerei Konditorei Café Kern vorbeigekommen. Dort habe mir eine heiße Schokolade gekauft. Bei dem nass-kalten Regenwetter hat die heiße Schokolade noch besser als sonst geschmeckt. Nass und dreckig bin ich am Auto ankommen, dafür war ich aber über glücklich und zufrieden.

Fazit: Eine wunderschöne, vielseitige Tour, die viele Highlights zu bieten hat. Meine Highlights dieser Tour waren auf jeden Fall die Tobelschlucht mit dem Steinzapfen und die Mammutbäume. Falls Dir die Tour zu lang sein sollte, kannst Du z.B. am Wanderparkplatz Seewiese oder Wanderparkplatz Bodenbachschlucht parken und nur die Schluchten erwandern. Sei kreativ und pass Dir die Tour nach Deinen Vorlieben und Fähigkeiten an.

2 Antworten auf „Von der Pfaffenklinge zur Tobel- und Bodenbachschlucht“

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