Auf den Spuren der Römer in Würzberg

Auf diese Tour bin ich durch meine beiden Neffen Marlon und Jannis gestoßen.

Ich verbringe sehr gerne Zeit mit den zwei und das am liebsten im freien in der Natur. Da sich Jannis derzeit sehr für Römer interessiert, dachte ich, wir könnten Römer und Wandern miteinander verbinden. Deshalb auf den Spuren der Römer. 🙂

Ich persönlich finde es wichtig den Kindern / Jugendlichen die Wertschätzung und einen respektvollen Umgang für die Natur schon so früh wie möglich zu vermitteln. Denn der Wald / Natur ist das zu Hause von sehr vielen verschiedenen Tierarten / Lebewesen. Mit jedem Schritt in den Wald / Natur betreten wir dessen zu Hause, und das sollte mit Respekt geschehen.

Sehr viele Kinder und Jugendliche verbringen in der heutigen Zeit überwiegend ihre Freizeit nicht mehr draußen in der Natur, sondern vor ihren Bildschirmen. Dadurch entfremden sich die Jugendlichen / Kindern der Natur.

Sie lernen nicht, dass sie selbst ein Teil der Natur sind. Wenn die Jugendlichen es in jungen Jahren nicht lernen oder beigebracht bekommen, wird es sich höchstwahrscheinlich auch nicht im Erwachsenenalter ändern.

Es fängt schon damit an, dass Bonbonpapier auf den Boden zu schmeißen, anstatt in den nächstgelegenen Mülleimer oder in die Jackentasche zu stecken. Nicht unüberlegt Blumen oder Gräser abzureißen, Käfer kaputt treten…… Wie sollen die Kinder und Jugendlichen es lernen, wenn viele Erwachsene nicht einmal die Natur wertschätzen und respektieren und ihren Kindern nicht beibringen. 

Es gibt auch für Kinder / Jugendliche „kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“. Geht auch raus bei Regen und Schnee. Es müssen doch nicht immer stundenlange Ausflüge oder Wanderungen sein. Ein kurzer Besuch in der Natur ist schon so viel wert und bringt positives mit.

Bastelt mit Naturmaterialien, sammelt diese selbst im Wald, macht eine Fragerunde während dem Spaziergang…… Es gibt so viele Dinge, die spielerisch umgesetzt werden können und sehr viel Spaß mit sich bringen. Wenn wir die Natur nicht schützen, wer macht es dann?

Wenn ich an meine Jugend zurückdenke bin ich so froh, dass ich kein Smartphone und kein Internet hatte. Meine Eltern haben früher immer schimpfen müssen, dass ich abends vom spielen nach Hause komme.

Ich sag immer: „Wenn ich nochmal Kind sein könnte, würde ich auf jeden Fall zu den Pfadfindern gehen“. 🙂

Daher freue ich mich besonders, dass mich bei dieser Tour meine beiden Neffen und meine Schwester Ina begleitet haben.

So jetzt wird es aber Zeit, dass ich Dir endlich mal die kurze aber informationsreiche Römer Tour vorstelle.

Bevor wir in Würzberg am Naturpark-Parkplatz Römerbad zu unserer Römertour aufgebrochen sind, haben wir uns noch den Römischen Limes-Wachturm in Michelstadt-Vielbrunn angeschaut.

Parken kannst Du direkt gegenüber vom Römischen Limes-Wachturm im Breitenbrunner Weg. Voller Vorfreude sind wir vier zum Wachturm gelaufen, standen dort aber leider vor verschlossener Türe.

Bedauerlicherweise war der Wachturm geschlossen. Daher konnten wir uns den Turm nur von außen anschauen und uns die Infotafel durchlesen.

Die Enttäuschung war den beiden Jungs anzusehen und dadurch war die anfangs gute Laune kurzzeitig im Keller. 🙁

Wir dachten, dass wir uns nur außerhalb der Öffnungszeiten für eine Besichtigung anmelden müssen. Und zu den regulären Öffnungszeiten der Wachturm geöffnet ist – na ja, leider war das nicht der Fall.

Mit zwei etwas schlecht gelaunten Kids sind wir zurück zum Auto gelaufen und sind nach Würzberg zum Naturpark-Parkplatz Römerbad gefahren.

Übrigens: Würzberg ist mit 509 Metern der höchstgelegene Stadtteil von Michelstadt im südhessischen Odenwaldkreis. Und das Römerbad ist eines der bekanntesten Zeugnisse römischer Kultur im Odenwaldkreis.

Am Naturpark-Parkplatz Römerbad angekommen, der auch gleichzeitig der Startpunkt unserer Tour ist, hat jeder sein Rucksack geschnappt und los geht’s. Wir sind keiner Wegmarkierung gefolgt. Eigentlich hatten wir auch nur vor zum Römerbad zu laufen, welches ein Kilometer vom Parkplatz entfernt ist.

Da die Jungs aber dann noch Lust hatten, nach dem Römerbad, ein wenig den Wald und die Natur zu erkunden, ist dann doch noch eine kleine „Wanderung“ daraus entstanden.

Am Naturpark-Parkplatz Römerbad halten wir uns direkt links und laufen Richtung Wald. Das Römerbad ist auch ausgeschildert, verlaufen kannst Du Dich bis zum Römerbad also nicht. 🙂

Wir sind der asphaltierten Straße für ca. 700 Meter gefolgt und sind dann auf eine Kreuzung gestoßen, an dieser haben wir uns rechts gehalten. An der Kreuzung befindet sich eine Holzbank. Das Römerbad ist hier auch nochmal ausgeschildert sowie noch einige andere Wanderwege.

Auf dem Weg bis zur Kreuzung sind wir mehr im Wald gelaufen als auf der Straße, um ein wenig den Wald zu erkunden. Wir haben Ausschau nach verschiedenen Pilzarten gehalten. Dabei ist die „schlechte Laune“ auch wieder ganz schnell verfolgen.

Nachdem wir abgebogen sind, folgen wir dem Schotterweg für ca. 300 Meter und treffen dann auch schon auf das Römerbad, das sich rechts von uns befindet.

Natürlich wird jetzt erstmal von den Jungs das Römerbad aufs Genauste hin inspiziert. Hinter dem Römerbad befindet sich auch ein Brunnen, der mit einem Holzgeländer umzäunt ist.

Am Römerbad lässt sich die Badekultur der einstigen Weltmacht noch gut nachvollziehen. Es war damals üblich, dass zu einem römischen Kastell auch ein Badehaus gehört. Kaltbäder, Schwitzraum, Kalt- und Warmwasserbecken sowie Hypokausten-Heizung sind hier noch immer gut zu erkennen.

In der Zeit, in der die Jungs mit dem Römerbad beschäftigt waren, haben Ina und ich unser „Herbstpickick“ in der dort vorhandenen Schutzhütte vorbereitet. Heute ist es ziemlich kalt und windig.

Aber wir haben an alles gedacht, Picknickdecke, Sitzkissen, warmen Tee und Kaffee, Gulaschsuppe, Plätzchen, einfach alles was das Herz begehrt.

Nachdem wir unser Herbstpicknick beendet haben, packen wir wieder unsere sieben Sachen zusammen und haben beschlossen, dass wir weiter dem Weg folgen, von dem wir gekommen sind.

Nach einem guten Kilometer biegen wir rechts ab, folgen dem Waldweg für ca. 200 Meter geradeaus und treffen auf den Röm. Turm 10/25. Besser gesagt auf die Reste von dem Turm. Hier befinden wir uns jetzt auch auf dem Roten Buckel (540m ü. NN). Eine Sitzgelegenheit mit Tisch aus Holz ist hier auch vorhanden.

Ab hier übernimmt Marlon jetzt den Part als Wanderführer. Mal sehen, wo wir am Ende landen. 😉

Am Röm. Turm halten wir uns links, wir laufen jetzt sozusagen einen Halbkreis, sodass wir wieder Richtung Schotterweg laufen, von dem wir gekommen sind.

Am Ende des Waldweges halten wir uns rechts. Dem Schotterweg folgen wir für 300 Meter geradeaus und verlassen dabei den Wald. Währenddessen kommen wir am Tierheim von Würzberg vorbei. Jetzt, wo wir den Wald verlassen haben, spüren wir erst richtig wie windig und kalt es ist.

An der kommenden Kreuzung, auf die wir nach 300 Metern treffen, biegen wir rechts in die Straße „Am Trieb“ ab. Ich muss sagen „Marlon macht sich richtig gut als Wanderführer“. 🙂 Der Straße „Am Trieb“, die uns ins Dorf Würzberg führt, folgen wir für einen Kilometer und biegen danach rechts ab.

Dem asphaltierten Weg, der durch Wiesen und Felder führt, folgen wir jetzt, bis wir wieder an unserem Startpunkt ankommen. Am Anfang geht es für uns leicht bergan, aber zusammen haben wir das letzte Stück auch noch geschafft. Beim Zurückblicken werden wir dafür mit einem schönen Ausblick auf Würzberg belohnt.

Glücklich und zufrieden mit roten Bäckchen sind wir wieder am Startpunkt angekommen.

Tip: In der Nähe befindet sich auch noch der englische Garten zu Eulbach. Dies ist einer der ältesten archäologischen Parks Deutschlands und zugleich ein Landschaftstierpark. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Fazit: Die Tour beträgt zwar „nur“ fünf Kilometer und eignet sich bestens für ein Wochenendausflug mit Kindern. Und natürlich auch für diejenigen, die sich für Römer interessieren. Die Wanderung ist sehr informativ, dadurch dass es sehr viele Informationstafeln gibt. Am Naturpark-Parkplatz Römerbad befindet sich auch eine Tafel mit verschiedenen Wanderrouten. Ich habe wieder ein weiteres kleines Stückchen vom wunderschönen Odenwald kennengelernt.

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