Löwenpfad „Weitblick – Tour“

Am zweiten Adventswochenende sind Dennis und ich in die Schwäbische Alb gefahren, um unseren zweiten Löwenpfad die „Weitblick-Tour“ zu wandern. Dies ist der zweite von insgesamt fünfzehn Löwenpfaden. 

Wir haben uns sehr auf die Tour gefreut, endlich mal eine Winterwanderung im Schnee. 

Beim Wetter sind Dennis und ich sehr unterschiedlich. Dennis mag es eher kalt und mit sehr wenig Sonne und ich hingegen bin eher eine Sonnenanbeterin. Aber Wandern finde ich bei jedem Wetter toll. 🙂

Da in der Schwäbischen Alb derzeit Schnee liegt, wollten wir auch gleich das „Wintercamping“ mit unserem Dachzelt ausprobieren.

Dachzelten bei Minusgraden, Schnee und Eis. Na ja, dem stehe ich eher skeptisch gegenüber. Aber ausprobiert werden muss es, am Ende gefällt es mir noch und dann verpasse ich viele schöne Momente. Das geht ja auch nicht. 🙂

Also haben wir uns dazu entschieden schon am Freitagabend in die Schwäbische Alb zu fahren, um die Nacht in unserem Dachzelt zu verbringen. Unsere erste Nacht im Dachzelt bei Eis und Schnee. Ein wenig aufregend ist es schon.

Die Nacht haben wir wieder auf dem Parkplatz verbracht, auf dem wir auch übernachtet haben, als wir unseren ersten Löwenpfad „Felsenrunde“ gewandert sind. Hier hat es uns das letzte Mal gut gefallen und wir mussten nicht noch nach einem geeigneten Platz suchen.

Eingekuschelt im warmen Schlafsack und mit warmen Tee haben wir dann unsere erste Nacht im Dachzelt bei Schnee und Minusgraden verbracht.

Am nächsten Morgen, als wir das Dachzelt geöffnet haben, lag noch mehr Schnee als am Vortag. Es hatte die ganze Nacht geschneit. Paradiesisch, ein richtiges Winterwunderland, perfekt für unsere erste Schneewanderung für dieses Jahr.

Die Nacht im Dachzelt hat mich total positiv überrascht. Es war überhaupt nicht kalt, eher überraschend warm. Ich hatte ja die Befürchtung, dass wir bis zum nächsten Morgen erfroren sind, aber das war zum Glück nicht der Fall. 🙂

Morgens haben wir uns dann mitten im Schnee unseren Frühstückstisch gerichtet, Pancakes gebacken und Kaffee gekocht. Um uns herum überall Schnee, soweit das Auge reicht. Durch den Wind gab es immer mal wieder kleinere Schneestürme in der Ferne. Es war irgendwie unwirklich schön mitten in einer Schneelandschaft zu frühstücken.

Nachdem Frühstück haben wir unsere Sachen zusammengepackt und sind zum Startpunkt der Wanderung gefahren. Wir haben auch direkt am Startpunkt seitlich an der Straße einen Parkplatz gefunden.

Unsere Rücksäcke mussten wir noch vor Ort packen. Heute sind auch mal Handschuhe mit an Bord. Wanderschuhe geschnürt, Mütze auf und los geht’s. 

Am Anfang der Tour steht wieder eine große Tafel, auf der die Tour abgebildet ist, sowie ein paar Details zur Tour. 

Genau wie die „Felsenrunde“ ist diese Wanderung auch wieder sehr gut ausgeschildert. Sie kann ohne Probleme ohne Karte und Navigation gewandert werden. 

Am Schild halten wir uns rechts und folgen der Schützenstraße. Der Wanderweg führt uns zunächst zum Eingang des Längentals, dem kleinsten der fünf Täler in Geislingen an der Steige. Wir kommen am Campingplatz Längental sowie am Natur- und Waldkindergarten Geislingen vorbei.

Nachdem Natur- und Waldkindergarten Geislingen geht es für uns in Richtung Wald. Wir folgen dem Weg bis wir an eine Kreuzung gelangen, an der wir uns links halten. Während wir dem Weg in Richtung Wald folgen, kommen wir noch an den Schrebergärten von Geislingen vorbei. 

Am Wegesrand befinden sich immer wieder Sitzmöglichkeiten. An der Kreuzung treffen wir auf einen Froschtümpel. Bei den kalten Temperaturen und Schnee ist dieser natürlich gefroren. 

Irgendwie komme ich heute gar nicht aus dem Schwärmen heraus. Es ist einfach zu idyllisch und perfekt hier. Der viele Schnee, gefrorene weiße Äste an den Bäumen und zu guter Letzt auch noch der gefrorene kleine Froschtümpel. Und dann noch kein Mensch weit und breit. Solche Momente sind für mich einfach unbezahlbar. 

An der Kreuzung halten wir uns links, folgen dem Waldweg ein Stück geradeaus, bis wir auf einen schmalen Waldpfad abbiegen müssen. Ab hier geht’s jetzt auch steiler bergan. Durch den Schnee ist es eine etwas rutschige Angelegenheit, aber mit gutem Schuhprofil, ist das kein Problem. 

Nach ein paar Metern endet der Pfad auch schon wieder und wir treffen auf einen breiten Forstweg, hier halten wir uns links. Es ist so schön, den schneebedeckten Waldweg entlang zu laufen. Teilweise ist der Schnee sogar noch unberührt. 

Wir sehen immer wieder mal Spuren von Tieren im Schnee. Es ist eine himmlische Ruhe hier im Wald. Wir hören nur das Knirschen vom Schnee unter unseren Schuhen und das Rascheln, wenn der Schnee von den Bäumen fällt.  Dies sieht aus, als ob es schneien würde.

Wir folgen immer weiter der Wegmarkierung durch den Wald. Auf dem Weg bis hier her, sind wir an vier Gemälden vorbeigekommen, mit den Aufschriften „Sehnsucht“, „Zärtlichkeit“, „Leidenschaft“ und „Vertrauen“. Dies ist eine sehr schöne Idee und verleiht dem Weg dadurch noch etwas „mehr“ Charme.

Kurz bevor wir in Kuchalb eintreffen, kommen wir noch an einer riesengroßen schneebedeckten Wiese vorbei. Aber vor lauter Nebel sehen wir fast nichts. Es sieht aus, als ob hier das Ender der Welt wäre – richtig mystisch. 

Hier habe ich mich einfach mal in den Schnee gelegt und einen Schneeengel gezaubert. Das habe ich früher schon immer als Kind gemacht. Hat das mal wieder ein Spaß gemacht. Das kennst du bestimmt auch von früher.

Im Schnee ausgetobt, laufen wir weiter Richtung Kuchalb. Kuchalb (680m) ist ein kleiner Teilort von Donzdorf, gelegen auf der Stöttener Alb direkt am Albtrauf. Hier befindet sich auch die Kuchalber Stuben sowie das Gasthaus zur „Mutter Franzl“. 

Ich habe zu Dennis gesagt: „Wie schön wäre es jetzt eine heiße Schokolade zu trinken oder einen leckeren warmen Kinderpunsch“. Aber naja, es hat ja leider (Corona bedingt) keine Gaststätte auf. Ansonsten könnte man hier sehr gut einkehren.

Wie am Anfang der Tour steht auch in Kuchalb eine große Infotafel zu dem Wanderweg. Während wir uns die Infotafel anschauen, ruft uns ein älterer Herr freundlich zu: „Wo wollt ihr denn hin?“. Als wir ihm erklärt haben, dass wir den Löwenpfad „Weitblick-Tour“ wandern, hat er uns freundlich den Weg gewiesen. 

Anscheinend standen wir mit fragenden Gesichtern und hilflosem Eindruck an der Infotafel. 🙂 

Am Ortsende von Kuchen, hätten wir wahrscheinlich eine schöne Aussicht, aber bei dem Nebel war’s nichts mit der Aussicht. Aber egal…Bis hier her war es schon eine richtig schöne, idyllische Winterwunderland Wanderung. 

Am Ortsende biegen wir dann auch schon wieder links auf einen Wiesenweg ab. Diesem folgen wir und kommen auf ein flaches Plateau mit Aussichtspunkt. Dieser wird auch Maierhalde genannt. 

Auf dem kurzen Stück Wiesenweg bis zum Aussichtspunkt Maierhalde, sind wir an einem Apfelbaum vorbeigekommen, der noch mit roten Äpfeln behangen war. Ein richtiger toller Blickfang in dieser Winterlandschaft. 

Oben am Aussichtspunkt Maierhalde angekommen haben wir erstmal gemerkt, wie windig und kalt es ist. Aber trotz allem sehr schön hier oben, auch wenn uns der Nebel hier oben wieder die Aussicht einschränkt. 

Wäre es nicht nebelig, könnten wir auf den Albtrauf und das Voralbgebiet schauen. Auf dem Plateau befindet sich ein Holzkreuz, eine Orientierungshilfe (wo du was in welcher Richtung siehst) und eine Sitzgelegenheit. Eigentlich wollten wir hier eine Pause einlegen. Haben uns dann aber doch dazu entschlossen weiterzulaufen. Es war uns dann doch etwas zu kalt und windig. 

Wir folgen weiter dem ausgeschilderten Wanderweg. Weiter über schneebedeckte Felder und Wiesen. Bis wir nach ca. einem Kilometer auf den nächsten Aussichtspunkt „Hohenstein“ treffen. Auch hier haben wir wieder Pech mit der Aussicht. Der Nebel ist sogar noch dichter geworden als vorhin. 

Hier befindet sich auch wieder eine Tafel zur Orientierung, mit den jeweiligen Aussichtspunkten, die man sieht, wenn man klare Sicht hat. Hier am Aussichtspunkt befindet sich auch eine Bank zum Rasten. Wir haben beschlossen hier eine kleine Rast zu machen. Hier ist es nicht allzu windig, da wir teilweise von Bäumen umgeben und dadurch geschützt sind. 

Auch ohne Aussicht haben wir es uns hier mit warmem Tee und Erdnussbergen gemütlich gemacht. Nach der Pause geht es wieder weiter für uns. Wir wandern weiter und folgen einem schmalen Naturpfad, vorbei am Klepperfels in Richtung Tegelberg.

Am Rand der Albhochfläche Tegelberg befindet sich der Aussichtspunkt Kuhfels. Von hier oben hat man normalerweise, wenn es nicht nebelig ist einen sehr schönen Ausblick auf ein Teil des Filstals und die umliegende bergige Landschaft. 

Auf dem Weg hierher sind wir auch an zwei großen Windrädern vorbeigekommen. Dennis meinte noch: „Was ist denn hier so laut?“. Das Geräusch kam mir gleich bekannt vor. 

Als Mary und ich den Nibelungensteig gewandert sind und draußen im Wald übernachtet haben, haben wir die ganze Nacht das Geräusch gehört. Wir dachten noch, warum denn hier die ganze Nacht ein Zug fährt. Bis wir am nächsten Morgen, als es hell war gesehen haben, dass es große Windräder sind. 

Auf dem Weg sind Dennis und ich dann auch auf Warnhinweise gestoßen, dass es bei Eis und Schnee zu Eisfall durch die Windräder kommen kann.

Vom Aussichtspunkt Kuhfels geht es für uns auf dem schmalen Panoramaweg oberhalb Geislingens am Tegelberg weiter. Hier haben wir während des gesamten Weges einen wunderschönen Ausblick auf die umliegende Gegend. Hier sind auch immer wieder am Wegesrand Bänke aufgestellt, um die malerische Aussicht zu genießen. 

Die letzten 1,5 Kilometer der Tour führen uns noch ein Stück bergab durch den Wald vom Tegelberg, bis wir letztendlich auf asphaltierte Straße treffen und uns diese wieder zurück zum Startpunkt führt.

Fazit: Eine sehr schöne abwechslungsreiche Wanderung, mit sehr schönen Aussichtspunkten und phantastischen Weitblicken, wenn der Nebel nicht so stark gewesen wäre. Die vier Gemälde an den Bäumen haben mir persönlich sehr gut gefallen. So etwas habe ich zuvor auf keiner anderen Wanderung gesehen. Die teilweise unberührte Schneelandschaft hat die Tour noch attraktiver gemacht wie sie eh schon ist. Ich freue mich schon auf unseren dritten Löwenpfad. :-). Die Nacht im Dachzelt bei Schnee und Eis war soooo schön, dass es auf jeden Fall wiederholt wird, sobald keine Ausgangsbeschränkung bzw. Ausgangsverbot mehr besteht. 

Eine Antwort auf „Löwenpfad „Weitblick – Tour““

  1. Mein Gott was für schöne Bilder! Der Apfelbaum mit den roten Äpfeln im weißen Schnee ist mein Highlight! Und tatsächlich wäre eine heiße Schokolade noch das i-Tüpfelchen gewesen, da bin ich ganz deiner Meinung! War wieder schön hier zu stöbern.

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