Drachenweg – Saphira

Infos zu den vier Drachenwegen

Bei den Drachenwegen im südhessischen Odenwald im Mossautal handelt es sich insgesamt um vier Rundwanderungen zwischen 15 – 20 Kilometern. Die Rundwanderungen eignen sich bestens für eine Tagestour und sind durchgehend sehr gut ausgeschildert. Alle vier Qualitätswanderwege sind durch den Odenwaldklub mit dem Prüfsiegel “Wanderbarer Odenwald” versehen. Hier habe ich Dir, die vier Drachenwege aufgelistet.

Drachenweg – Triumphalis (MD 1)

Drachenweg – Fafnir (MD 2)

Drachenweg – Dorn (MD 3)

Drachenweg – Saphira (MD 4)

Auf die Drachenwege im schönen Mossautal bin ich durch Instagram aufmerksam geworden. Wie es immer so ist, wenn ich neue Qualitätswanderwege entdecke, muss ich Dennis auch gleich davon berichten und ihm die Wanderwege schmackhaft machen.

Ich habe Dennis die Qual der Wahl gelassen, sich für einen der vier Wanderwege zu entscheiden, den wir als Erstes wandern.

Es war mir schon klar, als ich den Satz nur ausgesprochen habe: “Such du den ersten Drachenweg aus, den wir gemeinsam wandern”, dass er sich für den Drachenweg “Saphira” entscheiden wird, da es der kürzeste Weg ist. 🙂

Der Drachenweg “Saphira” führt Dich auf ca. 15 Kilometern rund um Ober-Mossau. Ober-Mossau ist ein Ortsteil der Gemeinde Mossautal und liegt 338 m ü. NHN.

Wir sind morgens gleich früh losgefahren. Das Wetter war auch in Ordnung. Es war zwar etwas kalt und windig, aber wenigstens kein Regen.

Geparkt haben wir am Sport-Treff SG Mossautal. Von hier aus sind es nur wenige Meter bis zum Startpunkt der Tour, der an der Brauerei Schmucker liegt. Hier befindet sich auch schon die erste Wegmarkierung.

Der Wanderweg ist durchgehend sehr gut mit einer grünen MD 4 auf weißem Hintergrund markiert, so dass keine Navigation erforderlich ist.

Wir folgen ab dem Startpunkt der Wegmarkierung und laufen links vorbei an der Brauerei Schmucker in Richtung Wald. Als wir an der Brauerei vorbei gelaufen sind, kam uns gleich ein leckerer Geruch von Malz entgegen – sehr lecker. Daraufhin haben wir direkt Lust auf ein Malzbier bekommen, aber leider hatten wir keins dabei.

Falls Du die Tour auch wandern solltest, darf das Malzbier im Gepäck nicht fehlen. 🙂

Vorbei an der Brauerei geht es auch schon leicht bergan. Hier folgen wir für 1,6 Kilometer einem gängigen Waldweg, nichts Besonderes, bis wir an der ersten Kreuzung angelangen.

Hier befinden sich eine Bank und einige Wegweiser für verschiedene Wandertouren. Wir überqueren die Kreuzung geradeaus und es geht weiter bergauf für uns.

Ab hier haben wir uns gefühlt wie in einem mystischen Märchenwald. Nennt man das so? Ich weiß gar nicht, ob es dieses Wortspiel in diesem Zusammenhang überhaupt gibt “einen mystischen Märchenwald”. Aber egal, für uns war es das in diesem Moment.

Und warum finden wir das so? Weil hier wieder mal das saftig, leuchtende grüne Moos in unterschiedlichsten Grüntönen, flächendeckend den Waldboden und teilweise die Baumwurzeln bedeckt, hinzukommt noch der Nebel, der durch den Wald zieht. Wahrlich mystisch…

Der Waldpfad, der uns ca. 800 Meter durch den “mystischen Märchenwald” führt ist auch noch mit sehr vielen Baumwurzeln bedeckt. Vorsicht, wenn die Wurzeln feucht bzw. nass sind, ist es etwas rutschig.

In diesem Moment hat einfach alles gestimmt. Es ist einfach wieder so schön zu sehen, was uns die Natur hier für ein schönes Bild zur Schau stellt. Hier passen alle Faktoren wieder mal perfekt zusammen.

Diesen Moment oder Aufnahme in Worten zu beschreiben, fällt mir immer etwas schwer. Deshalb solltest Du es einfach selbst sehen und auf Dich wirken lassen. 🙂

Nach dem Waldpfad halten wir uns rechts und folgen weiter der Wegmarkierung bis wir am Lärmfeuer angelangen. Das Lärmfeuer liegt auf 501 Höhenmetern und ist Teil eines ausgeklügelten Alarmsystems. Es gehörte bis 1803 zu einem Ring früherer Alarmstationen zwecks Austausch von Nachrichten mittels Feuer und Rauch.

Hier befindet sich eine Holzliege, Sitzbänke sowie die Ihrighütte. Die Ihrighütte erinnert an den Forstmann Will. Ihrige, Erbach, 1820 – 1888, Mitbegründer des Odenwaldclubs.

Nachdem wir uns die Infotafel des Geo-Naturpark Bergstraße Odenwald durchgelesen haben, lassen wir die Ihrighütte hinter uns und folgen weiter dem ausgeschilderten Waldweg durch den lichten Mischwald.

Wir kommen dabei an entwurzelten sowie abgebrochenen Bäumen vorbei, bis wir am Mossauer Bild angelangen. Das Mossauer Bild gehört zu den ältesten Bildstöcken im Odenwald.

Es ist ein Zeichen der Dankbarkeit für überstandene Gefahren, oder zur Erinnerung an besondere Vorfälle oder Persönlichkeiten.

Von hier aus laufen wir für ca. einen Kilometer geradeaus, überqueren die Rohrbacher Straße und halten uns danach links. Hier befindet sich übrigens auch ein Wanderparkplatz.

Ab hier geht es für uns auf dem Hoschbach-Höhenweg weiter. Dieser führt uns am Steinernen Tisch vorbei, bis hin zum Morsberg. Der Morsberg ist mit 517 Höhenmetern die höchste Erhebung dieser Tour.

Steinerne Tische befinden sich meist an exponierten Wegkreuzungen. Hier hielten einst die herrschaftlichen Jagdgesellschaften Rast.

Von der höchsten Erhebung dem Morsberg, geht es für uns wieder “bergab”.

Da sich hier im Wald eine Lichtung befindet, haben wir unsere neuste Wanderbegleitung, eine Drohne, in die Höhe fliegen lassen.

Ich finde es gerade in solchen Momenten oder Situationen total interessant und faszinierend, wenn man sich wie wir mitten im Wald befindet, um sich herum nur Bäume sieht und dann eine Luftaufnahme von “oben” macht.

Und dann sieht Du nämlich erstmal, was sich alles um Dich herum befindet.

Nachdem wir ein paar Luftaufnahmen geknipst haben, folgen wir weiter dem Waldweg und treffen nach ca. einem Kilometer auf die Fuchshütte.

Auf dem Weg zur Fuchshütte haben wir auch Ruhezonen, sogenannte “Wildschutzflächen” durchquert. Diese sollen Spaziergänger, Wanderer……auf den Ruhebedarf der Wildtiere aufmerksam machen. Hier dürfen Hunde nicht freilaufen und diese sollten auch nicht von Menschen abseits des Weges betreten werden.

Deshalb ist es hier besonders wichtig, auf den ausgeschilderten Wanderwegen zu bleiben. Es heißt zwar immer, vom Weg abkommen bringt neue Erfahrungen, aber in diesem Fall nicht. 🙂

In den Wildschutzzonen sind wir auch an einem größeren Haufen Getreide vorbeigekommen. Im ersten Moment konnten wir gar nicht richtig zuordnen, was das ist, bis wir darauf gekommen sind, dass dies Futter für die Tiere ist.

Die Fuchshütte ist eine kleine runde Steinhütte, die heute als Schutzhütte für Wanderer dient. Hier wollte ich eigentlich mit Dennis Pause machen, aber Dennis meinte “Wir laufen noch ein Stück weiter, es kommt bestimmt noch ein besserer Platz und wir haben noch keine 10 Kilometer geschafft.” Ich hatte mich doch schon so arg auf mein Christstollen gefreut. Nichts war’s mit Pause. 🙂

Naja, wieder Mal auf den Mann gehört und es kommt natürlich kein besserer Platz zum Pausieren. Egal, dann müssen eben die nächsten Baumstämme als Pausenplatz herhalten. Hauptsache ich kann mein Christstollen demnächst verzehren.

Nachdem wir endlich an “Baumstämme” vorbei gekommen sind, die als gute Sitzmöglichkeit dienen und ich in den Genuss von meinem Christstollen gekommen bin, Dennis natürlich auch, folgen wir dem Waldweg noch ein kurzes Stück weiter, bis wir die Hauptstraße überqueren müssen.

Danach wandern wir für ca. 2,5 Kilometer weiter auf Forstweg durch den Wald auf der “Hohen Straße”.

Nach den 2,5 Kilometern Forstweg verlassen wir das erste Mal bei der Tour den wunderschönen Wald und gelangen auf die Mossauer Höhe. Hier haben wir erst mal bemerkt, wie windig und kalt es heute eigentlich ist. Wir waren durchgehend die ganze Zeit von Wald geschützt.

Aber das ist nicht so schlimm, wir sind ja kleidungstechnisch gut ausgerüstet. Von der Mossauer Höhe haben wir eine sehr schöne Aussicht auf Steinbuch und Michelstadt – wenn mich meine Landschaftskenntnisse hier nicht täuschen. 😉

Wir folgen dem asphaltierten Weg geradeaus weiter, bis wir rechts abbiegen müssen und uns dieser über Weiden und Felder wieder ins Dorf nach Ober-Mossau zurück zum Startpunkt führt.

Auch auf diesem Weg befinden sich wieder Holzliegen sowie Bänke, um die Aussicht in Ruhe genießen zu können.

Tip: Nach unserer Wanderung sind wir noch in der Molkerei Hüttenthal vorbeigefahren und haben uns mit leckerem Joghurt und Käse eingedeckt. Schau auf jeden Fall vorbei, wenn Du in der Nähe bist.

Fazit: Die erste Hälfte der Strecke ist die schönste, vor allem der kurze “mystische Märchenpfad” am Anfang. Die Wanderung ist auch wieder sehr lehrreich, vor allem durch die Infotafeln vom Geopark Bergstraße Odenwald. Sehr gut finde ich auch die Wildschutzzonen, die ich hier zum zweiten Mal bei einer Wanderung gesehen habe.

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