Rundwanderung nach Fahrenbach (mit Übernachtung im Freien)

Lange ist es her, dass ich mit meinem Wander Buddy Mary unterm freien Sternenhimmel übernachtet habe. Das letzte Mal hatten wir beim Burgensteig draußen in der Wildnis übernachtet.

Aber am 19. Februar war es dann endlich mal wieder soweit. Juhu! Schlafen unter freiem Sternenhimmel und am nächsten Morgen zu einer Wanderung aufbrechen – ein Traum.

Ach, es gibt doch irgendwie nichts Schöneres… Zumindest nicht für mich. Kein Alltag, kein Stress von der Arbeit, kein Luxus, keine Verpflichtungen…….. Herrlich.

Das vermittelt mir das Gefühl von Freiheit, Unabhängigkeit und Zeitlosigkeit. Ach, das Leben kann so schön sein.

Die Tour, die ich Dir hier vorstellen werde, nennt sich Rundwanderung nach Fahrenbach. Die Beschilderung ist eher etwas bescheiden, da die Tour keine eigene Wegmarkierung besitzt, sondern die Wegmarkierung zwischendurch von einer roten zu einer blauen Raute wechselt und zum Ende hin gar keine Markierung mehr vorhanden ist.

Mary und ich haben zwischendurch auch mal an uns gezweifelt, ob wir zu doof sind die Karte zu lesen. Aber gemeinsam haben wir es dann doch geschafft mit einem kleinen Umweg von 7 Kilometern. 🙂

Auf jeden Fall habe ich Dir wie immer die komplette Wanderung mit Komoot aufgezeichnet, so dass Du einfach meiner Route folgen kannst und Du nicht auf die Wegmarkierung achten musst.

Da es sich wieder mal um eine Rundwanderung handelt, kannst Du Dir den Startpunkt auch beliebig aussuchen. Wir sind am Wanderparkplatz Entensee gestartet. Am Ende des Beitrages werde ich Dir die möglichen Startpunkte auflisten.

Wir haben uns den Wanderparkplatz Entensee als Startpunkt ausgesucht, da wir die Nacht vor der Wanderung unterm Sternenhimmel im Wald von Neckargerach verbringen wollten.

Wir starteten unser Abenteuer am Donnerstagabend gegen halb acht in Neckargerach und haben uns einen Schlafplatz im Wald zwischen Neckargerach und Reichenbuch gesucht.

Mary hatte ihr Auto am Wanderparkplatz Entensee geparkt, so dass wir am nächsten Morgen nur ein kurzes Stück zum Startpunkt unserer Wanderung laufen mussten. So konnten wir unsere ganzen Schlafutensilien, Grill etc. im Auto verstauen und mussten diese nicht die ganze Wanderung mit uns herumschleppen.

Was vielleicht eigentlich nicht schlecht gewesen wäre, so hätten wir schon mal für nächstes Jahr für unseren Trip durch Norwegen trainieren können. 🙂 Aber es wird hoffentlich noch einige Gelegenheiten dazu geben. 🙂

Irgendwo im Nirgendwo im Wald von Neckargerach haben wir einen schnuckeligen Schlafplatz gefunden. Sogar mit Überdachung, was sich letztendlich als sehr gut herausgestellt hat, denn es hat die ganze Nacht geregnet und teilweise auch etwas gestürmt.

Als Erstes haben wir uns für die Nacht unser Schlafquartier eingerichtet. Als das erledigt war, haben wir es uns mit einem kleinen Lagerfeuer (natürlich in einer Feuerschale), Sekt und Radler gemütlich gemacht.

Es war so schön. Der Regen prasselte auf das Dach der Hütte, das Lagerfeuer knisterte vor sich hin und wir sind mitten in der Natur im Wald. Keine Menschenseele weit und breit.

Es kann auch nichts schiefgehen, da Mary ihr YPS Heft dabei hatte – Das Handbuch für Abenteuer unter freiem Himmel: Überleben in der Wildnis. 🙂

Am nächsten Morgen klingelte unser Wecker so gegen sechs Uhr. Nochmal kurz umgedreht und noch ein wenig weiter gedöst bis letztendlich die Snooze Funktion wieder anging und wir aufgestanden sind.

Durch den Regen in der Nacht war am Morgen alles sehr klamm und nasskalt, anscheinend hatte es in der Nacht nur um die null Grad.

Daher haben wir am Morgen nochmal unser kleines Lagerfeuer vom Vorabend entfacht um es uns nochmals ein wenig warm und kuschelig zu machen und natürlich Wasser zu kochen für unseren Kaffee.

Nach gefühlt einem Liter Kaffee und ausgiebiger Morgenpflege 🙂 haben wir unsere sieben Sachen zusammengepackt und haben uns auf den Weg zum Wanderparkplatz Entensee gemacht.

Es war noch leicht nebelig, aber die Sonne hat sich schon von ihrer besten Seite gezeigt. Da kann die Wanderung und der Tag doch nur noch super werden, oder?

Am Parkplatz angekommen haben wir unsere Sachen umgepackt und nur das Nötigste für die Wanderung mitgenommen. Beim ersten Teilabschnitt der Wanderung musst Du einer roten Raute folgen.

Der Wanderweg führt uns am Anfang ein Stück durch Felder und Wiesen, bis wir schließlich den Hartwald erreichen. Währenddessen hat die Natur uns wieder mit herrlichen Landschaftsbildern beschenkt. Die Sonne und der Nebel, der über den Feldern und Wiesen schwebte – es sah so malerisch schön aus.

Wir folgen weiterhin der Wegmarkierung (rote Raute), die uns auf breiten Forstwegen durch den Wald bis nach Nüstenbach zum ehemaligen Ski Lift führt. Hier befindet sich auch der Wanderparkplatz Skilift Nüstenbach.

Hier hätten wir links abbiegen müssen und dabei den Nüstenbach überqueren. Was ja auch logisch ist, wenn wir Richtung Lohrbach laufen wollen.

Mary war aber der Meinung wir müssen weiter geradeaus, da erstens die rote Raute geradeaus führt und zweitens ist sie schon mit ihrem Partner den Weg gewandert. Dabei sind sie auch durch die Waldstadt gekommen.

Wer weiß, wo die zwei damals gewandert sind, ohne Karte. 🙂

Also gut, wenn Mary den Wanderweg schon mal gelaufen ist, wird sie wissen, wo wir lang müssen. Nur komisch war es, dass die Wanderung auf dem Foto nicht durch die Waldstadt führt. So ganz überzeugt war ich nicht.

Wenn Du gleich dem richtigen Wanderweg folgen möchtest ohne Abstecher nach Mosbach musst Du  hier am Wanderparkplatz „Skilift Nüstenbach“ links abbiegen. Hier befindet sich auch das Naturschutzgebiet Nüstenbach.

Also sind wir weiter der roten Raute Richtung Waldstadt gefolgt. Der Wanderweg führt uns durch ein Teil von Nüstenbach. Dabei sind wir am Kriegerdenkmal, am Gasthaus Ochsen und Café Haas vorbeigekommen. 

Während wir Nüstenbach verlassen geht es für uns leicht bergan. Vorbei am Friedhof führt uns der Weg weiter über Wiesen ins Naturschutzgebiet Henschelberg. Beim zurückblicken haben wir nochmals einen tollen Ausblick auf Nüstenbach. 

Nach ca. 8 Kilometern sind wir an einer Schutzhütte am Henschelberg angekommen, an der auch der Neckarsteig vorbeiführt und dieser hier an der Schutzhütte hinunter nach Mosbach führt. Da hab ich nochmals zu Mary gesagt, dass wir total falsch seien. Wir sind schon acht Kilometer gelaufen und sind nicht mal in der Nähe von Lohrbach und die ganze Tour hat doch nur 18 Kilometer. 

Nach kurzem Überlegen, haben wir uns gemeinsam entschlossen, dass wir wieder zum Wanderparkplatz Ski Lift laufen und hier dann links bzw. auf dem Rückweg dann rechts Richtung Lohrbach abbiegen. 

Also haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht. Der Umweg hatte aber auch etwas Gutes, denn auf dem Weg gab es einen sehr schönen Rastplatz mit Blick auf Mosbach. Diesen haben wir natürlich gleich mal für unsere Pause genutzt. 

Zurück am Wanderparkplatz angekommen, halten wir uns rechts, überqueren den Nüstenbach und folgen dem Waldweg nun mit leichter Steigung immer weiter geradeaus, bis wir auf die Kreuzung treffen, an der das erste Mal die blaue Raute zu sehen ist. 

An dieser Kreuzung ist nämlich der Wegmarkierungswechsel. Ab hier musst Du jetzt einer blauen Raute folgen. 

An der Kreuzung halten wir uns links, folgen ein Stückchen dem breiten Forstweg, bis dieser uns aus dem Wald herausführt. Danach geht es weiter auf asphaltiertem Weg durch Wiesen und Felder, bis wir nach Lohrbach kommen. Währenddessen haben wir eine sehr schöne Aussicht auf den Flugplatz Lohrbach und die Landschaft drumherum. 

Wir durchqueren Lohrbach und kommen dabei auch am Schloss Lohrbach vorbei. Ich wusste bis dato gar nicht, dass es in Lohrbach ein Schloss gibt. Mary wusste es natürlich. Sie ist den Weg ja schon mal gelaufen. 🙂 Wir haben uns jedoch dazu entschlossen das Schloss nicht zu besichtigen. 

In Lohrbach kamen dann auch richtige Frühlingsgefühle auf. In den Vorgärten blühten Schneeglöckchen und Winterlinge. Sogar die ersten Wespen oder Bienen waren auch schon unterwegs. 

Wir lassen Lohrbach hinter uns, überqueren dabei den Hasbach und biegen danach rechts in den Wald ab. Hier gehts auch nochmal leicht bergan, aber dafür können wir wieder schöne Aussichten auf Lohrbach erhaschen.

Egal wo man hier hinschaut, haben wir immer die Kirche von Lohrbach im Blick.

Nach ca. 3 Kilometern  durch den Wald erreichen wir Fahrenbach. Kurz vor Fahrenbach dürfen wir auch schon wieder ein wunderschönes Landschaftspanorama genießen.

Wir folgen weiterhin der blauen Raute die uns durch, und auch wieder aus Fahrenbach herausführt. 

In Fahrenbach angekommen wollten wir uns bei der Bäckerei Schmitt einen leckeren Kaffee gönnen, aber leider hatte die Bäckerei schon Mittagspause.

Also ging es ohne Kaffee weiter für uns. Wir lassen dabei Fahrenbach hinter uns, bis wir an der Kneipp-Anlage und einem Grillplatz vorbeikommen. Wir befinden uns jetzt auf der Wilhelmshöhe. Hier ist eine kleine Schutzhütte und eine Wandertafel mit einigen Rundwanderungen in und um Fahrenbach vorhanden.

Ab hier gibt es jetzt keine Wegmarkierung mehr. Wir sind jetzt einfach nach der Wanderkarte gelaufen (also nach dem Screenshot, den ich von der Karte gemacht hatte, die ich im Internet zu der Tour gefunden hatte).

Ich muss erwähnen, dass wir echt angefangen haben an uns zu zweifeln. Letztendlich war es aber der richtige Weg den wir sogar ohne Umweg gegangen sind 🙂

An der Wilhelmshöhe musst Du Dich links halten und dem asphaltierten Weg, der auch „Grenzweg“ genannt wird, und direkt am Waldrand entlang führt, geradeaus folgen.

Dabei kommst Du am Aussichtspavillon Fahrenbach beim Kürzenberg vorbei. Hier befindest Du Dich am höchsten Punkt, nämlich auf 400 m ü. NN auf dieser Wanderung.

Hier „oben“ haben wir erstmal gemerkt wie stark es windet und wie frisch es doch ist. Der Himmel hat sich teilweise zugezogen und es sah aus, als ob es gleich anfangen würde zu regnen, was uns aber recht wenig störte.

Hier haben wir ein kleines Raucherpäuschen für Mary eingelegt und dabei die herrliche Aussicht und das Panorama genossen haben.

Nach unserer kurzen Pause folgen wir dem Grenzweg noch ein Stückchen. Kurz bevor dieser in den Wald führt, verlassen wir diesen, biegen links und gleich darauf die nächste rechts ab.

Ab jetzt führt uns breiter Forstweg durch den Forstwald. Nach ca. einem guten Kilometer biegen wir nochmals links und an der kommenden Kreuzung rechts ab.

Ab hier sind wir stets dem Waldweg geradeaus gefolgt, der uns letztendlich wieder an unseren Ausgangspunkt, dem Wanderparkplatz Entensee, zurückgeführt hat.

Aus 18,3 Kilometern wurden zum Schluss 25,4 Kilometer, jedoch habe ich jeden der auch unnötigen Kilometer sehr genossen. Wir haben während den 7 Kilometern so viel gelacht und diskutiert, dass ich keinen der 7 Kilometer missen möchte. Am Ende der Tour waren wir beide echt happy.

Fazit: Eine sehr schöne, abwechslungsreiche Rundwanderung, mit verschiedenen Startpunkten. Was ich nicht ganz nachvollziehen kann ist: Dass diese Wanderung keine eigene Wegmarkierung hat. Vor allem zwischendurch gar keine Wegmarkierung besitzt. Evtl. werden Wanderer dadurch abgeschreckt, diesen Weg zu wandern. Das wäre meiner Ansicht nach aber ein gewaltiger Fehler, da die Tour doch sehr abwechslungsreich ist.

Was mir persönlich auch immer sehr gut gefällt ist, wenn die Wege durch verschiedene Ortschaften führen und uns diese so ein bisschen näher gebracht werden. Ich habe z.B. gelernt das Lohrbach ein Schloss hat.

Als am nächsten Morgen mein Wecker geklingelt hat und mir bewusst wurde, dass ich jetzt aufstehen und zum Frühdienst antreten muss, war mir klar, dass ich wieder im Alltag angekommen bin.

Wie heißt es aber so schön: Nach der Tour, ist vor der Tour. Und die Nächste ist schon geplant. Also sei gespannt, was als nächstes kommt.

Mögliche Startpunkte:

-> Wanderparkplatz „Entensee“ (Reichenbuch)

-> Wanderparkplatz „Skilift Nüstenbach“

-> Wanderparkplatz beim Hochbehälter (Fahrenbach)

Einkehrmöglichkeiten/Metzger/Bäcker:

-> Bäckerei Schmitt (Fahrenbach)

-> Metzgerei Nohe (Fahrenbach)

-> Restaurant zum Ochsen (Nüstenbach)

-> Cafe und Gästehaus Haaß (Nüstenbach)

Sehenswürdigkeiten:

-> Schloss Lohrbach

2 Antworten auf „Rundwanderung nach Fahrenbach (mit Übernachtung im Freien)“

  1. Wieder eine schöne kleine Wanderung, aus der du zusammen mit Mary einen kleinen Abenteuerurlaub gemacht hast. Macht Lust darauf auch mal draußen zu übernachten. Ich kann in Fahrenbach noch das Gasthaus zur Linde empfehlen. Ach ja: die Bilder sind wie immer richtig schön!

    1. Hallo Stephanie.

      das freut mich, dass dir meine Bilder gefallen und dich mein Beitrag zum Zelten animiert. Vielen dank für den Tip mit dem Gasthaus zur Linde.

      Liebe Grüße

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